Allgemeine Geschichte

Der Name "Unitarier" begegnet uns in der Geschichte erstmalig in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, dem ausgehenden Zeitalter der Reformation. Er bezeichnet jene Gläubigen, denen die Reformation der christlichen Kirche nicht weit genug vorangetrieben worden war. Sie wiesen darauf hin, daß in der Bibel kein Beleg für das Dogma der Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist (lat. trinitas) zu finden sei. Statt dessen betonten sie die unteilbare Einheit Gottes (lat. unitas). So entstand der Name "Unitarier".

Im Grunde war der Gedanke nicht neu. Schon auf dem Konzil zu Nicäa 325 n. Chr. stritten die beiden Kirchenführer Arius und Athanasius um die Frage nach dem Wesen Jesu. Und schließlich kannten auch Jesu Jünger keine Lehre der Dreifaltigkeit. Im Gefolge von Humanismus und Reformation gewann der Gedanke deshalb neuen Auftrieb, so daß es zur Gründung der ersten unitarischen Gemeinden in Europa kam.
Als wichtigste Wegbereiter sind hier zu nennen Michael Servet (1511 - 1553), der in seinem Werk "De trinitatis erroribus" das Dogma der Dreifaltigkeit kritisierte und Fausto Sozzini (1539 - 1604), der sich auf grundlegende Gedanken seines Onkels Lelio Sozzini (1525-1562) stütze und auf zahlreiche antitrinitarische Gemeinden in Polen einigend wirkte. Weiter Franz David (1510 - 1579), der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die ungarische unitarische Kirche im damals unabhängigen Fürstentum Siebenbürgen gründete. Einen Höhepunkt stellt dabei das Toleranzedikt von Torda (dt. Thorenburg, rum. Turda) im Jahre 1568 dar, in dem die unitarische Kirche als eine der vier "Recepta Religio" anerkannt wurde. Diese vier waren die lutherische, calvinistische, katholische und unitarische Religion.

Doch in der Folge der Gegenreformation und ohne Unterstützung von politischer oder anderer Seite wurden die Unitarier als Ketzer bekämpft und mußten Not und Verfolgung erleiden. Michael Servet wurde von Calvins Schergen in Genf verbrannt. Franz David starb als Märtyrer im Schloßturm von Déva. Aber Gewalt konnte das unitarische Glaubens- und Gedankengut auf Dauer nicht unterdrücken. So gibt es heute unitarische Kirchen und Gemeinden in vielen Ländern der Welt. Ihre größte Bedeutung haben sie in den Vereinigten Staaten von Amerika.

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